Ein Tag mit Herrn Jules

Fast 80 Menschen hatten sich im Gemeindehaus der Auferstehungsgemeinde in Ludwigsburg versammelt, um fasziniert dem Duo Mirabelle und deren Darstellung des Stückes „Ein Tag mit Herrn Jules" zu folgen. Wer das Buch kennt, weiß, wie realitätsnah der Abschied von dem verstorbenen Herrn Jules beschrieben ist. Die Ehefrau, die ihm noch einmal alles sagt, was ihre Ehe, ihre Liebe, aber auch ihren Frust in den gemeinsamen Jahren ausgemacht hat. Und der autistische Junge David, der pünktlich kommt und eine Partie Schach spielt. Seine Aussage: „Herr Jules hat gewonnen!"

Beides kommt in diesem Stück zum Tragen: Die tiefe Traurigkeit und der Ernst der Situation, wenn ein Mensch gestorben ist, und zugleich ergeben sich direkt komische Situationen in den 24 Stunden des Abschiednehmens - ohne, dass es eine weitere Person erfahren soll (z.B. wenn die Ehefrau am Telefon auf die Rückfrage einer Nachbarin, ob es ihrem Mann besser geht, antwortet, dass es unverändert sei - wie am Morgen).

Die beiden Schauspielerinnen haben dies in eindrucksvoller Weise dargestellt. Sehr einfühlsam stellen sie die beiden Personen und deren jeweiligen Charakter und natürlich auch Beziehung zu Herrn Jules dar. Die Lacher waren auf der Seite von David, als er mit dem Korkenzieher Würstchen aus dem Glas holte, sie in Senf tunkte und aß - und zugleich enthält das Stück sehr viele tiefe Aussagen über das Abschiednehmen, z.B. wenn die Ehefrau zwei Gläser Wein einschenkt und sich nun selber zuprosten muss.

Diese Darstellung war wirklich Kunst auf höchster Ebene! Ein anderer Zugang zum Thema Trauer und alle die da waren, haben es sicherlich nicht bereut, sich aufgemacht zu haben.

WIR möchten uns beim Duo Mirabelle noch einmal ganz herzlich für diesen wunderbaren Abend bedanken!

Sabine Horn

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